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Die Kollegen, die die „Kleinen“ unterrichten, berichten, das sei tatsächlich so.

Ich habe Klasse 9 bis 12. Bei mir haben alle den Bildschirm aus (haben sie das Recht zu). Und ich halte die Kamera nur auf das Blatt, das mir als „Tafel“ dient oder auf das Buch/das Arbeitsmaterial.

Ich will mich nicht den ganzen Vormittag auf dem Bildschirm sehen.

Wahnsinn 💇🏻‍♀️

… was so ein kleiner Haarschnitt fürs Wohlbefinden helfen kann! Meine Tochter hat sich, wie schon im Frühjahrslockdown, meinen Haaren gewidmet und ich bin wirklich sehr zufrieden: Ist wieder Longbob (siehe Bild 2) und sie sitzen wieder, fühlen sich gesünder an und ich kann sie wieder offen lassen, ohne wie Calypso in „Fluch der Karibik“ Teil 2 und 3 auszusehen. (Die hatte verfilzte Dreadlocks, siehe Bild 1.)

(Calypso, die natürlich großartig aussieht mit ihrer Frisur, sie ist ja auch Meereshexe.)
(Ich mit frisch geschnittenen Haaren. Ich bin schließlich Lehrerin und sollte Assoziationen mit Hexen vermeiden.)

Außenperspektive

Eine Blick von jemanden außerhalb des Systems auf die Sache tut bekanntlich oft gut.

So ist mir heute im Gespräch mit einer Freundin klargeworden, dass ich in der freien Wirtschaft wegen 20 Jahren erfolgreicher Arbeit und Höchstwerten bei der Kundenzufriedenheit (bei uns ja wohl Schüler und Eltern) längst eine Spitzenposition erreicht hätte oder zumindest Gratifikationen, Lob der Geschäftsführung usw.

Aber Beamten müssen sich naturgemäß vom System her gar nicht an den Kunden orientieren – provokativ gesprochen. Um „erfolgreich“ zu sein, zählen da ganz andere Kriterien wesentlich mehr.

#Lieblingsverschreiber

„Versarger“ statt Versager im Hinblick auf die Frage, ob Galilei, der seine Lehre widerrufen hat, eher als Held oder als Verräter zu sehen ist.

Versarger ist eine herrlich symbolische Wortneuschöpfung, die verdeutlicht, dass Galilei hier seine Ideale und die Freiheit der Wissenschaft verraten hat.

Brecht wäre sicher begeistert, sein Drama „Leben des Galilei“ so gut verstanden zu wissen …

Mein Januar-Kalenderspruch

Wie letztes Jahr habe ich mir auch 2021 einen Kalender mit bedenkswerten Zitaten erstellt.

Letztes Jahr (wie ihr vielleicht bemerkt habt, nur von Frauen) dieses Mal von Männern. (Dafür sind die Wettertiefs dieses Jahr männlich, aktuell gerade „Tief Ahmed“, wie ich heute den Nachrichten entnahm.)

Mein Jahr fängt an mit dem ironisch-klugen Dandy Oscar Wilde (privat wahrscheinlich eine amüsante, aber anstrengende Persönlichkeit), der treffend bemerkte:

„Die meisten Menschen sind nicht sie selbst. Ihre Gedanken sind die Gedanken eines anderen ihr Leben ist eine Nachahmung, ihre Leidenschaft ein Zitat.“

Es tut sooo gut 😀

… mit einem wirklichen integren Menschen zusammenzuarbeiten. Wir organisieren die Klassen ja dieses Schuljahr im Team und ich habe ganz großes Glück mit meinen Teampartnern. Vor allem in Deutsch.

Ich habe mich gestern nach dem langen Telefonat, in dem ich mit meinem Kollegen die Orga abgesprochen habe, unglaublich gut gefühlt: So lange ich mit solchen Menschen zusammenarbeiten kann, weiß ich, dass alles gut ist. Es war wirklich Balsam für meine Seele, dass dieser Mann, der erfahren und Mitglied der Schulleitung ist, mir das Gefühl gegeben hat, dass wir auf Augenhöhe sind und er mich als Lehrerin und Mensch schätzt. Schade, dass er bald in Pension geht.