„Die Kaiserin“ – eine unfassbar gute Serie

Seit gestern bin ich im Bann der fesselnden neuen Netflixserie „Die Kaiserin“ über Kaiserin Elisabeth von Österreich.

Es ist ja schon länger bekannt, dass die historische Elisabeth mehr hergibt als die kitschige 50er-Jahre-Triologie „Sissi“, die Romy Schneider noch in ihre Weltkarriere hineinverfolgte und die heute freilich für viele immer noch „Kult“ ist, und wenn nur ironisch.

Die Verfilmung von Elisabeths Schicksal in „Die Kaiserin“ ist da schon ein anderes Kaliber: Schonungslos realistisch von der Untersuchung der Jungfräulichkeit vor der Hochzeit bis in die komplexe Zeichnung der Nebenfiguren wie der Kaisermutter und dem Kaiserbruder hinein – die beide im Spannungsfeld zwischen Intrige, Machtbewusstsein und persönlicher Tragödie stehen.

Am mitreißendsten ist aber die Liebesgeschichte zwischen Franz und Elisabeth: so zart und leidenschaftlich, dass man die ganze Zeit um das Glück dieser beiden Menschen bangt, das von der Welt des Hofes und der Weltpolitik zwischen Zar Nikolaus und Kaiser Napoleon droht zerrieben zu werden.

Langsam sehe ich wieder Land 🏖

Sitze hier gerade mit meinem Sohn und checke die Bewerbung für die Studienstiftung.

Ich kann ja echt super mit ihm zusammenarbeiten, wir ticken einfach sehr ähnlich.

Er ist in den letzten 2 1/2 Wochen, in denen sich meine Tochter offenbar entschlossen hat, vollkommen durchzudrehen, meine Hauptstütze gewesen.

Letztlich zählen nur Freundschaft und Liebe

Ein goldiger pensionierter Kollege ist gestorben und wurde von seinen Weggefährten würdig verabschiedet.

Mein Sohn hat ein Krisenteam ins Leben gerufen, um seiner Schwester zu helfen.

Ich habe um Hilfe gerufen und meine Schwäche zugegeben und mir wurde geholfen.

Entgegen dem, was ich so oft fühle, ist der Mensch doch nicht allein.

Haha – eine Frau, die perfekt ist, kann nur ein Roboter sein

Angeregt von Frau Hemings Blog gucke ich heute „Die Frauen von Stepford“, eine bitterböse Gesellschaftssatire, in der erfolgreiche Frauen durch Roboter im 50 Jahre Hausfrauenstil ersetzt werden. Ich gucke die Verfilmung von 2005 mit Nicole Kidman und der großartigen Bette Midler.

Prädikat „Sehr empfehlenswert“.

Fun Fact: Nicole Kidman als Roboter sieht aus wie wir sie kennen. Bitter.

Auf dem Bild: Glenn Glose, die Roboterehefrau des Obermackers

Sehr gerührt

… war ich in den letzten Tagen, weil wieder mal in meinem Leben überraschend Unterstützung von anderen.

So habe ich Mittwoch Zuspruch von der neuen Frau meines Exmannes erhalten, mit der ich ein sehr nettes Telefonat hatte. Meine Chefin hat heute sehr verständnisvoll und überraschend persönlich auf meinen Wunsch nach Arbeitsstundenverringerung reagiert. Und eine goldige ältere Kollegin, deren Kinder schon erwachsen sind, hat sich heute sehr mitfühlend wegen meiner Tochter gezeigt und hat angefangen zu weinen, als ich sie dankbar umarmt habe. Dann haben wir beide geheult und gelächelt.

Alea iacta est

Die Würfel sind gefallen, es ist entschieden. Um mehr Zeit für Regeneration zu haben, werde ich nächstes Schuljahr meine Stundenzahl reduzieren. Morgen fülle ich das Formular aus.

Ich will wieder mehr Zeit für Schönes haben. Ich will auf die Signale meines Körpers hören und der sagt mir: der Stress ist zu viel. Bis meine Tochter einen Abschluss hat, werde ich darum reduziert arbeiten. Das Kind hat eine Mutter verdient, die nicht ständig kurz vorm Kollaps ist.

Und ich habe es auch verdient, dass ich wieder mehr auf mich achte.

Außerdem kann ich mich selbst schon nicht mehr jammern hören, jetzt wird gehandelt.

Andere Menschen

… sind einfach wahnsinnig anstrengend oft. Ich merke das jetzt am Anfang des Schuljahres gerade besonders. Bloß weil man in einem Job sehr gut ist, heißt das ja nicht, dass diese Arbeit gut für einen ist.

Als ich noch Teilzeit gearbeitet habe, war das nicht so spürbar. Vollzeit schlägt das aber voll durch. Gleichzeitig noch alleinerziehend zu sein mit einer psychisch angeschlagenen Teenagertochter – das ist schon ne Hausnummer. Daher nehme ich alle Hilfe, die ich kriegen kann.

Nachdem die Familientherapie vom Jugendamt im Juli ausgelaufen ist, habe ich jetzt für nächste Woche einen Termin bei einer Jugendpsychologin ausgemacht.

Außerdem habe ich seit dem Vorfall mit dem Ladendiebstahl auch den Exmann und Kindsvater mit ins Boot geholt. Hatte gestern auch ein sehr gutes Gespräch mit dessen neuer Frau über unsere Teenagertöchter. Sie hat auch eine mit in unsere Patchworkfamilie gebracht.

Eine Reduzierung der Arbeitszeit steht auch noch im Raum, ist aber angesichts unserer finanziellen Situation plus der Inflation eigentlich illusorisch. Ein absoluter Tiefpunkt letzte Woche war die Behauptung meiner Tochter, sie habe geklaut, weil ich sagen würde, wir müssten sparen. Den Schuh ziehe ich mir nicht an, habe ich ihr gleich gesagt.

Zum Glück kann ich Kraft schöpfen, wenn mein Mann am Wochenende da ist und auch mein Sohn ist mir zur Zeit ein großer Halt.

Ergänzung: Ja, auch ich bin anstrengend. Ich wollte damit nur sagen, dass ich sehr viel Ruhe brauche zur Zeit besonders, aber generell viel mehr als früher. Oder als mir bei meiner Berufswahl bewusst war. Vielleicht ist das aber alles auch nur Ausdruck einer großen gewaltigen Erschöpfung …