Lüge und Politik

Hannah Ahrendt

Dennoch bin ich davon überzeugt, dass die Menschen eine Sehnsucht nach wahrhaftigen Politikern haben und dass eine unglaubliche Kraft von Politikern ausgeht, die unbeirrt ihren Idealen folgen.

Adenauer, Brandt und Churchill können hier als Beispiele dienen.

Ein Politiker, vom dem man weiß, wofür er steht, ist dem Wähler lieber als einer, der sein Fähnchen nach dem Wind der öffentlichen Meinung hängt.

Glaubwürdigkeit und Vertrauen sind hohe Güter, auch in der Politik.

Dies bestätigen auch meine Schüler in Gesprächen.

Darum möchte ich die Politiker ermutigen, uns eine klare Position zuzumuten.

Veröffentlicht von Verwandlerin

In der Verwandlung begriffen. Mein Motto: Panta rhei - alles fließt. https://dennallesfliesst.home.blog/

13 Kommentare zu „Lüge und Politik

  1. Zwar möchte auch ich, dass Politiker die Wahrheit sagen, doch sind Churchill und Adenauer nicht gerade Leuchttürme der Ehrlichkeit, sondern sehr gerissene Politiker gewesen. Brandt war weniger gerissen und wurde schneller abserviert. Am ehrlichsten war Hitler: der schrie das, wofür er stand, den Menschen in die Ohren, und die schrieen „Heil“ und „endlich einer, der sagt wo es langgeht“.

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    1. Ja, ich meinte vllt. mehr Politiker, die für ihre Überzeugungen einstanden.
      Zum Beispiel hat Adenauer die Westintegration auch gegen große Zweifel in Opposition und Bevölkerung durchgesetzt.
      Bei unseren Politikern weiß ich manchmal gar nicht, wofür die stehen.
      Und ja: wenn dann einer klare Botschaften raushaut, kommt das gut an bei vielen. Das ist das Erfolgsrezept vieler populistischer Parteien …
      Aber auch gemäßigte Politiker sollten sich mal trauen, Position zu beziehen. Und diese Meinung dann nicht dauernd revidieren.
      Das ist eben auch ein Erfolgsrezept populistischer Parteien – die bleiben bei ihren Standpunkten. Davon können die gemäßigt demokratischen Parteien was lernen.

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  2. Aus meiner Seite:

    So etwas wie „Wahrheit” gibt es nicht. „Wahrheit“ ist eine Lüge, die du den Leuten so lange erzählt hast, dass sie vergessen haben, dass es eine Lüge war.
    (Adolf Hitler)

    Die Wahrheit zu sagen ist bourgeoises Vorurteil. Eine Lüge wird durch das zu verfolgende Ziel gerechtfertigt.
    (Lenin)

    Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen.
    (Georg Christoph Lichtenberg)

    Dem Blöden fährt bei jedem wahren Wort der Schrecken in die Glieder.
    (Heraklit)

    Es wird Zeit, das wir den Bürgern endlich die Wahrheit sagen.
    (Landrat Grabner – Berchtesgadener Land)

    Alles ist formulierbar, vor allem die Wahrheit.
    (Hans Klein – ehemaliger Pressesprecher)

    Wenn jemand dir sagt, dass er dir endlich reinen Wein einschenken will, so steht jedenfalls fest, dass er ein Weinpanscher ist.
    (Der Autor)

    Für viele ist die Wahrheit wie Kaugummi: unheimlich dehnbar.
    (Der Autor)

    Die Lüge ist eines der bevorzugten Mittel der Politik.
    (Der Autor)

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    1. Alles richtig. Ich will nur wissen, wofür ein Politiker steht und dass er seine „Wahrheiten“ nicht wechselt wie seine Socken.
      Vielleicht sollte ich Überzeugungen sagen.
      Es geht mir um Wahrhaftigkeit, darum, was jemand glaubt, was wahr ist. Darum, dem Wähler nicht nach dem Mund zu reden, sondern seinen eigenen Überzeugungen zu folgen.

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      1. Ich verstehe sehr gut, was du meinst, liebe Marion, nur ist das ein verdammt schwieriges Thema. Ein griechisches Beispiel: Andreas Papandreou, ein linker Politiker, der die Pasok gründete und in Griechenland eine Zeit lang unheimlich populär war, hat mit dem Slogan „raus aus der EU, raus aus der NATO! Wir schließen die Militärstützpunkte des Todes!“ Wählen gewonnen. Alle glaubten ihm, dass er es auch so meinte und waren daher für ihn (Mehrheit) oder gegen ihn (Minderheit). Dann kam er an die Macht. Es wurden mehr Stützpunkte zugelassen und natürlich blieb man in der EU, obgleich man weiterhin gegen sie schimpfte und Sonderbedingungen forderte. Wofür stand also AP? Dasselbe haben wir nun mit Siryza (Linke) erlebt, die anderes forderten und anderes taten. Bei der Rechten gibt es nicht so große Diskrepanzen, die sagen meist, was sie vorhaben, und tun es dann auch. Nimm Salvini oder Trump oder auch Macron. Sind sie deshalb die besseren Politiker?

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      2. Ja, es ist schwierig …
        Ich glaube, der Wähler verdient, zu wissen, was ein Politiker vorhat. Und ja: die Rechten sind da klarer. Trump hat da niemand im Zweifel gelassen.
        Das können die Linken und Liberalen von den Rechten lernen.
        Aber klar, man muss dann auch so handeln bzw. überhaupt die Möglichkeit dazu haben. Obama hatte Charisma, aber den Kongress gegen sich bei wichtigen Reformen und dass er den Friedensnobelpreis bekommen hat, erscheint im Nachhinein auch merkwürdig.
        Ja, es ist schwierig …

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  3. Jeder Beruf hat seine Jobbeschreibung. Und bei Politikern geht es nicht um die Vermittlung von Wahrheit, sondern um das Erreichen von Zielen für die Gemeinschaft.
    Und jetzt beginnt das Problem:
    Wie erkläre ich jenen, die von einem Thema keine Ahnung haben, dass sie die Kosten übernehmen sollen für ein Ziel, dass sie garnicht wollen, weil sie nicht verstehen, welchen Nutzen es für sie hat.
    Und das ist jetzt noch die „positive“ Variante…
    😉😳🤗

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      1. Im Unterricht ist das gemeinsame Ziel (Lernerfolg bei den Schülern) wenigstens klar und damit vermittelbar. Politik kann fast immer nur reagieren. Das Ziel ist vorher also garnicht wirklich bekannt – bestenfalls die Richtung. Und sollte mal eine neue Idee tatsächlich bis zur realen Umsetzung reifen, haben sich nach durchschnittlich zehn Jahren die Bedingungen so geändert, dass nicht selten aus der gemeinten Wohltat eine Plage wird. (Sinngemäßes Zitat aus den Nähkästchen einer Politikwissenschaftlerin.)
        🍀👍🤗

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      2. Ich bezog mich auf den Politikunterricht. Ich meinte durchaus, es ist einen Versuch wert, politische Probleme zu erklären und sich mit verschiedenen Lösungsansätzen, die die Parteien, Wissenschaftler und gesellschaftliche Gruppen auseinanderzusetzen. Ich bin Politiklehrerin und mache die Erfahrung, dass das durchaus interessant sein kann für die Schüler und aus denen sollen ja mal politisch eigenständig denkende Menschen werden.

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      3. Im Prinzip gebe ich Dir auf jedenfall recht. Aber meine Frau ist u.a. Politikwissenschaftlerin (daher das Nähkästchen). Aus vielen Gesprächen habe auch ich irgendwann gelernt, dass Politiker auch nur Menschen sind, die als Person eine Rolle ausfüllen sollen/wollen, mit zwar vorgegeben Normen, aber doch eigenen Werten. Und jeder, der schon mal ein schlechtes Gewissen hatte, kann nachvollziehen, was ein Interessenkonflikt ist – ein Problem, dass fast jeder hat, der nicht herz- und gefühllos blind einem Ideal folgt. Der Rest ergibt sich von alleine (zumindest in meinem Kopf…)
        👍🍀🤗

        P.s.: Als ich das endlich verstanden hatte, habe ich ein ganz eigenes Wahlverhalten entwickelt…

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