Bei sich bleiben?

Ich will hier mal eine Erfahrung und Beobachtung von mir äußern, mit der ich womöglich etwas anecken werde, trotzdem möchte ich bitten, dass ihr mal darüber nachdenkt, ob an meiner Hypothese etwas dran ist.

Oft wird einem ja in Krisensituationen empfohlen, „ganz bei sich zu bleiben“, „auf sich selbst zu achten“, „sich auf sich selbst zu konzentrieren“.

Ich persönlich habe jedoch bei mir selbst, in meinem Umfeld und in der Gesellschaft beobachtet, dass gerade das ständige Kreisen um sich selbst zu Neurosen, Depressionen, Klimawandel, sozialer Ungerechtigkeit und Ausgrenzung von anderen führt.

Ein Symptom von Depression ist nach meiner persönlichen Erfahrung ja das ständige Kreisen um die eigenen Probleme, weshalb es oft etwas bringt, den Kopf zu heben und den Blick mal auf die Außenwelt, den Mitmenschen, die Gesellschaft, die Natur zu richten.

Dieses „Rezept“ hilft mit Sicherheit auch bei der Bewältigung von Konflikten im Kleinen und Großen. Von Familie bis Firma. Von gesellschaftlich-politischen Fragen wie Corona, Integration und internationale Sicherheit.

Veröffentlicht von Verwandlerin

In der Verwandlung begriffen. Mein Motto: Panta rhei - alles fließt. https://dennallesfliesst.home.blog/

21 Kommentare zu „Bei sich bleiben?

  1. Wir haben uns „zu Tode individualisiert“. Jetzt wird deutlich, wohin uns fehlende Solidarität gebracht hat. Erster, alles meins. Job sicher, Tasche voll, durchgeimpft, gut ist. Und natürlich immer schön um den eigenen Scheiß kreisen. Ja, es kann auch helfen, den Blick zu heben, ohne sich selbst dabei aus den Augen zu verlieren. Im Austausch mit, in der Hilfe an anderen Menschen gewinne ich selbst auch.

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  2. Marion, ich stimme dir zu. Nur bei einem Punkt nicht.
    Depressionen entstehen nicht weil der Mensch ständig an sich denkt und seine Gedanken um sich kreisen. eher das Gegenteil ist der Fall. Sie entstehen oft weil Menschen sich zu sehr im außen kümmern…. ansonsten finde ich deine Gedanken toll, wahr und wirklich.
    Segen und schönes Wochenende! Herzlichst M.M.

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  3. Bei sich selbst bleiben heißt nichtalles andere vergessen. Das verstehst du falsch und eine Depression ist eine Krankheit und nicht dasselbe wie eine depressive Verstmmung. Aber sonst bin ich mit deiner Diagnose einverstanden. Allerdings ecke ich auch gleich an und stelle fest, dass es in deinem Blog aber genau darum geht:kreisen um eigene Befindlichkeit.

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    1. Siehe meine Antwort zu oben. Ich HATTE eine schwere klinische Depression mit Klinik und allem und nehme jetzt noch Medikamente. Dennoch bleibe ich dabei: den Blick zu weiten hilft und hat mir geholfen.

      Und ja: das ist mein Problem und ja, das war auch Selbstkritik von mir.

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    2. Wenn Blogs persönlich sind, dann kreisen sie um einen selbst und warum sollte das schlimm sein? Die wenigsten Blogger sind Journalisten und können objektiv schreiben und auch deren Blogs sind um sich kreisende Gebilde. Jeder ist sich doch am nächsten und solange wir nicht selbst sind, können wir auch nicht an andere denken!

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      1. Das ist ein Missverständnis, liebe Piri. Ich habe mich darauf bezogen, dass Marion selbst schreibt, dass man nicht ständig um sich selbst kreisen sollte und ich habe gemeint, dass sie das, was sie kritisiert auf ihrem Blog auch macht.
        Aber selbstverständlich kann doch jede/r schreiben und herzeigen, was er/sie möchte. Ob das jemandem gut tut oder nicht, muss ja jede/r selbst beurteilen.
        Gute Besserung für den Husten wünsche ich dir bei dieser Gelegenheit !

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  4. Diesbezüglich stimme ich dir 100% zu, den Blick zu weiten ist auf jeden Fall und in jeder Lage eine gute Sache. Wir haben nur offenbar ein anderes Verständnis von „bei sich bleiben“. Um den Blick erfolgreich zu weiten, ist es wichtig die eigenen Standpunkte und die eigenen Bedürfnisse geklärt zu haben. Sonst kann man weder sich selbst noch anderen hilfreich sein. Obendrein ist es auch die Voraussetzung dafür, anderen etwas geben zu können ohne enttäuscht zu sein, wenn nicht die erwartete Reaktion kommt und die Beschenkten „undankbar“ sind.
    mit herzlichen Grüßen und guten Wünschen für viel Erfolg auf deinem gewählten Weg

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  5. Soweit ich verstanden habe, bedeutet der Satz „bei sich bleiben“ usw. bei einer Kriesenintervention: auf Eigensicherung bzw. Eigenschutz achten. Wirklich anwendbar ist dieses Vorgehen aber nur bei kurzfristigen Krisen (z.B. bei Einzelpersonen Minuten bis max. wenige Stunden bei entsprechendem Training). Sollte die Krise länger andauern, ist ein Wechsel des Verhaltensmodus zwingend erforderlich, da er sonst zu Erstarrung (Depression) führt.
    Weiten des Blicks (ich nannte es in meinem Blog mal „Den Focus weiten“) wäre dann das Umschauen nach neuen Handlungsoptionen – der Beginn des Aufbaus einer neuen „Normalität“.
    👍🍀🤗

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  6. Bei sich bleiben bedeutet in einem Konflikt, den eigenen Punkt deutlich zu machen – und nicht gleich wieder in Deckung zu gehen. Ein Konflikt ist ein Gemeinschaftsprojekt: alle sind aufgerufen, sich an der Klärung zu beteiligen, und da ist eben „Klartext“ hilfreich. Das heißt jedoch nicht, dass man auf seiner Position beharren soll. Es stellt sich ja fast in jedem Konflikt raus, dass es viel Perspektiven und also auch viele „Wahrheiten“ gibt, und dass die Lösung im Kompromiss liegt. Insofern ist es wichtig, dass man bei sich bleibt in Krisen-Diskussionen, aber natürlich auch sichtbar macht, wenn man von seiner Position abrückt, weil man die Sache durch das Gespräch anders bewertet. Ich habe mittlerweile verstanden, dass das „Bei-sich-Bleiben“ auch sehr wichtig für das Gegenüber ist, damit man eben auch sichtbar ist. Sonst läuft ein Konflikt irgendwie ins Leere und verpufft. Und ist dann natürlich längst nicht vorbei.

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  7. „Bei sich bleiben“ heisst für mich „in sich selbst ruhen“, Stärke zeigen, während „um sich selbst kreisen“ für mich Selbstmitleid oder aber auch Unvermögen durch Neurose/Krankheit/Depression bedeutet. Ich finde, dass Du, liebe Marion, nicht nur um Dich selbst kreist. Du gibst Anregungen zum Nachdenken, Du machst Dir Gedanken um die Menschen in Deiner Nähe, Du bist am Suchen und Lernen wie wir alle auch, dadurch weitest Du ja den Blick. Liebe Grüsse, Elisabeth

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  8. Ich glaube da kommt es jetzt ganz auf die Definition von „bei sich bleiben“ an. Ich würde das interpretieren als „in sich ruhen“ oder „nicht alle Einflüsse von außen zulassen.“ Und dann denke ich schon, dass es hilft. Aber wer an Depressionen leidet, der hat dieses in sich ruhen (meiner Erfahrung nach) eher weniger, sodass es in dem Fall vermutlich besser ist nach außen zu schauen und sich von sich selbst etwas „abzulenken“, um nicht in einer Abwärtsspirale zu gelangen. Ein spannender Gedankenansatz auf jeden Fall. Ich finde es ganz schwierig den gesunden Grat zwischen Selbstfürsorge und Fürsorge für seine Mitmenschen zu finden. Das ist denke ich eine Lebensaufgabe. Die Mischung macht’s. 🙂

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