Immer unübersichtlicher

… wird für mich der Wust sich einander widersprechender Meinungen auch der medizinischen Experten zu Corona.

Ich habe gestern beschlossen, vier Freunde zu mir einzuladen – alle keine Risikogruppe und unter 30. Nach der erfolgten Lockerung in BW dürfen sich fünf nicht verwandte Personen privat treffen und das machen wir jetzt mal.

Wir können in meiner großen Altbauwohnung den Sicherheitsabstand einhalten und notfalls hätte ich auch Schutzmasken da.

Zeitenanalyse #Schillerzitate

„Mir ekelt vor diesem tintenklecksendem Säkulum, wenn ich in meinem Plutarch lese von großen Menschen.“

(Karl von Moor in Schillers „Die Räuber“)

Tja, wieder mal Ideal versus Wirklichkeit.

Aber „Räuber“ zu werden oder sich der Gesellschaft anders zu entziehen, halte ich auch nicht für die richtige, im Sinne einer weiterführenden Lösung.

Mein Herz ist…

… so voller Liebe und Dankbarkeit manchmal, dass ich Kinder habe, die wirklich nette und humorvolle Menschen sind, und einen goldigen Mann, der mein Temperament aushält, es besänftigt, aber auch schätzt. Auch meine Eltern sind letztendlich sehr angenehme und pragmatische Menschen, die wissen, wie man das Leben zu nehmen hat.

Ich bin sooooo dankbar, dass ich jetzt nicht mit meinem Exmann in der Ehekrise in der Coronaisolation festsitze, abwertenden Kommentaren ausgesetzt. Und seinem dauerndem Renovierungskrach bin ich auch nicht mehr ausgeliefert. Auch das Dorf, das auch ohne Corona oft wie ausgestorben war, habe ich verlassen. Wenn ich rausgehe, begegne ich Menschen und irgendwas hat immer offen, und wenn es eine der beiden Tankstellen ist.

Gut gemacht, my dear! Denke ich mir oft.

Guck nach vorn, Baby! ▶️

Manchmal wird mir bewusst, was sich alles verändert hat, privat und beruflich durch die Vorkommnisse im Februar.

Aber es bringt sowieso nichts zu trauern oder zu bedauern: manchmal überschlagen sich die Ereignisse im Leben eben. Insgesamt bin ich ganz gut rausgekommen. Ich bin im Leben schon mehrfach wie der Phönix aus der Asche wiederauferstanden. Scheint meine Superkraft zu sein.

Hippie forever 🌻

Als ich Jugendliche war, habe ich es immer bedauert, nicht in den 70ern geboren zu sein, die mir so viel hipper erschienen, als die 80er, in denen ich in der Pubertät war, und die ironischerweise heute – zumindest von der Musik her – als cool gelten.

Ich mochte die Musik, die politische Einstellung, das Styling, den Film „Hair“ und vor allem die Typen in meiner Stufe, die auf all das standen.

Ich weiß noch, wie ich zu meiner ersten Wahl demonstrativ im Sonnenblumen-T-Shirt gegangen bin.

Zu dem Beginn meiner Zeit als Lehrerin dachte ich dann, dass es insbesondere als Politiklehrerin nicht angemessen sei, meine politische Einstellung so demonstrativ zur Schau zu tragen. Außerdem begannen mir die Grünen und die Ökos mit ihrer inzwischen ziemlich bevormundenden Art ziemlich auf die Nerven zu gehen, weil es für meine Begriffe null mit dem freiheitsliebenden, entspannten Lifestyle der Hippies zu tun hatte.

Dann kam irgendwann mal eine neue Kollegin, die äußerlich und innerlich Hippie war, und ich merkte erst, was ich die ganze Zeit in diesem Kollegium vermisst hatte.

Dann begannen einige meiner alten Freundinnen auf den Karrierezug aufzuspringen und sich krass zu verändern – auch wieder innerlich und äußerlich -, die Gesellschaft und die Parteien rückten nach rechts, während ich immer noch ich war: Auf der Seite der Schüler, des libertären Lebensstils und inzwischen dank Trennung und anderer biografischer Entscheidungen als Freigeist offen identifizierbar.

Inzwischen trage ich sehr gerne wieder Kleidung, in der ich auffalle, weil ich vom üblichen Kleidunggstil abweiche, wenn auch nicht jeden Tag, aber so geht es wohl uns allen.

Es merkt sowieso jeder, nach 30 Minuten, dass ich nicht in die üblichen Klischees passe. (Zitat eines ehemaligen Schülers: „Sie sind halt keine normale Lehrerin.“) Eine Rolle, in der ich mich inzwischen auch wohlfühle. Auch wenn es natürlich auch da immer wieder Rückschläge gibt.

Okay…

Kontaktsperre bis 3. Mai verlängert. Hmpf. Maskenpflicht wäre mir lieber gewesen. Notfalls Tuch vors Gesicht.

Wenigstens dürfen die Abschlussklassen ab 4. Mai wieder die Schule besuchen und die Prüfungen sind gewährleistet. Eine gewisse Planungssicherheit haben die Kursstufler auch wirklich verdient.

Alle, die ich gesprochen habe, WOLLEN ihre Prüfungen ablegen. Das ist nicht zuletzt auch ein Ritual, das einen Lebensabschnitt beendet.

Schlimm genug, dass in den Sternen steht, ob die Abis eine feierliche offizielle Verabschiedung kriegen oder nicht. Das mag als Peanuts erscheinen – es sei denn es ist Teil der eigenen Biografie.

„Eat, pray, love“ #Filmzitate

Davon mal abgesehen, dass der Titel ziemlich genau meine Schwerpunkte trifft, finde ich neben Vielem auch dieses Zitat von Julia Roberts Figur toll:

„Ich will aus der Fassung gebracht werden.“

Schade, dass ich diesen Film nicht schon vor Jahren gesehen habe, da hätte ich mich in seiner Sehnsucht sehr gut wiedergefunden. Inzwischen bin ich schon weiter in meiner Reise …