Ich muss den Tatsachen ins Augen sehen

…, aber ich werde nicht darüber hinwegkommen, einzusehen: ohne die nötige Disziplin, kann ich nicht glücklich sein. Tagelanges Rumgammeln bekommt mir nicht. Ich werde ab sofort um Acht aufstehen, duschen, korrigieren oder Hausarbeit machen. Mittagessen machen, Spazierengehen und dann einem meiner Hobbies nachgehen.

Das Rumgegammele ist ab morgen vorbei. Tut mir nicht gut.

Einen plötzlichen Anfall schlechter Laune

… habe ich heute. Mal gucken, wie ich dem gegensteuern kann.

Dabei war ich eigentlich frohgemut: lese gerade Marc Aurels „Selbstbetrachtungen“, von dem ich mir wertvolle Tipps erhoffe.

Offenbar war der Stoiker ähnlich genervt von seinen Mitmenschen wie wir alle manchmal, hat sich aber versucht zu Gelassenheit zu disziplinieren. Leidenschaftsloser Betrachtung der Dinge, wie sie sind.

Andererseits: Wut ist mir lieber als Melancholie. Und momentan scheine ich zwischen beidem zu schwanken. Gelassenheit ist vorerst nicht in Sicht. Eher schon Resignation.

Eskapismus Teil 2

Alle Forschungen zeigen, dass es die Menschen depressiv macht, wenn sie das Gefühl haben, nichts bewirken zu können.

Leider ist das bei mir in vielen Bereichen so, weshalb ich jetzt beschlossen habe, mich radikal ins Private zurückzuziehen. In meinem Beruf und auf das Lebensglück meiner Kinder habe ich einfach zu wenig Einfluss. Von der Politik will ich erst gar nicht reden.

Daher werde ich jetzt meine Wohnung, meine Hobbies und meine Gesundheit in den Mittelpunkt meines Ehrgeizes und meines Wirkens stellen. Meine Wohnung schön gestalten und ordentlich halten, Arabisch und Klavier lernen und psychologische und philosophische Bücher lesen, Blogs und Instagram-Posts schreiben, Gedichte verfassen und Sport treiben und mich gesund ernähren – das werden die Dinge sein, auf die ich mich 2023 konzentrieren werde.

In meinem Beruf und als Mutter habe ich zu 80 Prozent der Zeit leider nicht den Gestaltungsspielraum, den die ich gerne hätte. Das werde ich nun wohl, aber übel akzeptieren.

Anders als gedacht

… läuft es oft im Leben. Ich hätte mir zum Beispiel nicht träumen lassen, dass ich mal alleinerziehend und als Teil einer Patchworkfamilie mit einer lesbischen, depressiven Tochter in einer wunderschönen Altbauwohnung mit Klavier leben würde. Marrokanischer Märchenprinz als zweiten Ehemann inklusive und Einser-Abi-Sohn mit Lebenskrise obendrauf.

Eskapismus

… nennt man das Bedürfnis, dem Alltag zu entfliehen. Ich fröne dem, indem ich Fantasyserien gucke, zur Zeit „Blood Origin“, ein Prequel zur „Witcher“-Saga.

Ich finde es ja immer urkomisch, wenn in diesem Ambiente Elfen oder andere Fabelwesen beherzt Wörter wie „Fuck“ verwenden.

Passt für mich irgendwie nicht. Ansonsten geht es um den üblichen Kram: Macht, Liebe, Leidenschaft, Geld. Alles sehr blutig zugegebenermaßen.

Eskapismus

… nennt man das Bedürfnis, dem Alltag zu entfliehen. Ich fröne dem, indem ich Fantasyserien gucke, zur Zeit „Blood Origin“, ein Prequel zur „Witcher“-Saga.

Ich finde es ja immer urkomisch, wenn in diesem Ambiente Elfen oder andere Fabelwesen beherzt Wörter wie „Fuck“ verwenden.

Passt für mich irgendwie nicht. Ansonsten geht es um den üblichen Kram: Macht, Liebe, Leidenschaft, Geld. Alles sehr blutig zugegebenermaßen.

Die größtmögliche Distanz 🚫🤨👜

… zu allen möglichen Unzumutbarkeiten in meinem Beruf wird meine Haltung im kommenden Kalenderjahr sein. Das habe ich mir überlegt, um meine Gesundheit zu wahren, mich nicht mehr so aufzuregen und um „bei mir zu bleiben“, wie es Neudeutsch so schön heißt.

Um mich daran zu erinnern, werde ich zu ein paar optischen Distanzsignalen greifen, die bei meinen „guten Vorsätzen“ unter „mehr Styling“ laufen: bewusst elegant kleiden, Gold- /Perlenschmuck anziehen, die Lippen rot schminken, um klar zu machen: ich bin eine Lady und erwarte entsprechende Behandlung und wenn ich die, warum auch immer – wegen irgendwelcher Vorgaben oder wegen unglücklicher Umstände oder wegen persönlichem Unvermögen des Gegenübers – nicht bekomme, werde ich nicht mehr laut werden, sondern mißbilligend gucken.

A la Christiane Hörbiger. Meine Augenbrauen- und Lippenmimik gibt das her. Ich werde mich jedenfalls nicht mehr provozieren lassen, das regt mich zu sehr auf und bringt ja doch nichts. Stattdessen werde ich Haltung bewahren und nonverbal signalisieren: Das ist nicht mein Niveau. Mein Vorbild hier: meine Mutter.

Nachtrag: Mit den Schülern rede ich selbstverständlich weiter Klartext. Mit den Erwachsenen hat sich das Reden leider in einigen Fällen als sinnlos herausgestellt, da die Ansichten zu verschieden sind. Da werde ich jetzt schweigen, um meine Nerven zu schonen. Und dann stillschweigend im Rahmen der Möglichkeiten machen, was ich für richtig halte. Kommunikation funktioniert leider nur auf Basis einer gemeinsamen Wertegrundlage.