Home Office hatte auch Vorteile

…, das wird jetzt immer deutlicher. Man musste sich um Abstand, Hygiene, Masken und Lüften keine Sorgen machen, hatte mehr Ruhe und weniger Stress.

Das klingt jetzt zynisch, sorry. Aber irgendwie ist es verdammt anstrengend, unter Coronabedingungen zu unterrichten: dauernd Mails mit Warnungen, bei jemand habe die Corona-App Alarm gegeben, Bibbern wegen offener Fenster zum Lüften, Angst vor Ansteckung in vollen Klassen ohne Abstand, ständiges Absprechen im Parallelunterricht, dass wir uns im Krankheitsfall ersetzen können, und gefühlt alle erkältet wegen Dauerlüften und gestresst wegen all dem Drumherum.

Land unter III – Lösungsansätze

Um den Stress in Zaum zu halten und mein Leben wieder zu entschleunigen und mehr Zeit für die Regeneration zu haben, werde ich versuchen, folgende Dinge umzusetzen:

  1. Muss meinen Frauenchor leider bis auf Weiteres canceln. Brauche die Abende unter der Woche momentan zum Relaxen und dazu, meine Tochter bei der Schule oder in Mutter-Tochter-Gesprächen zu unterstützen.
  2. Nur ein Termin am Wochenende, besser keinen. Brauche Zeit für mich.
  3. Bewusst bemerken und sogar aussprechen, wenn ich etwas Schönes mache. Will mein Gehirn wieder auf Positives programmieren.
  4. Jeden Tag das Gröbste aufräumen, auch wenn gefühlt null Zeit ist. Fühlt sich sooo viel besser an mit Ordnung.
  5. Bewusst was Leckeres und vor allem Warmes zum Essen zubereiten und auf Vitamine achten. Gibt mir das Gefühl, ich kümmere mich um meine Gesundheit bzw. die der Familie.

Land unter II: Die Analyse

Jetzt, wo ich mit Erkältung darniederliege, habe ich Zeit zu analysieren, was mich eigentlich so gestresst hat die letzten Tage.

  1. Unangenehme Kälte durch Dauerlüften der Lehrer- und Klassenzimmer wegen Corona
  2. Berge von Organisationskram zu Anfang des Schuljahrs
  3. Mitdenken und Mitorganisieren für kranke Kollegen (bereits richtige Erkältungswelle im Gang)
  4. Ständiges Absprechen mit Kollegen, weil wir wegen Corona parallel unterrichten sollen
  5. Tochter, die nachwievor oft ungern in die Schule geht und gerade in pubertäterer Identitätskrise ist
  6. Bewusstsein, das letztlich alles an mir hängt, weil ich mit meiner Tochter alleine wohne
  7. Und über allem schwebt die Bedrohung durch Corona …

Jetzt werde ich erstmal gesund und dann wird sich erfahrungsgemäß alles wieder einspielen …

Land unter

Nachdem hier total Land unter war, habe ich beschlossen, vernünftig zu sein und krank nicht weiter arbeiten zu gehen, sondern das Bett zu hüten.

Montag bis Mittwoch hatte ich mich noch hingeschleppt, aber jetzt ist Schluss damit. Bin zu k.o. Zwar gerät man als Lehrer immer in Stress, wenn man seinen Stoff nacharbeiten muss, aber ich bin gut in der Zeit und krank ist krank.

Da wir wegen Corona mit offenen Fenstern und Türen unterrichten müssen, hat es viele von uns erwischt, auch von den Schülern. Ist halt nicht mehr Sommer. Dauerlüften ist problematisch.

Alle sagen ja immer

…, dass die Kindheit prägend für das ganze Leben ist. Was mich betrifft, so kann ich von mir sagen, dass mich die letzten 20 Jahre wesentlich mehr geprägt haben.

Die Erfahrung, einen erfüllenden Beruf auszuüben, den ich als sinnhaft empfinde und in dem ich viel positives Feedback bekomme, hat mein Selbstbewusstsein ganz wesentlich zum Positiven beeinflusst. Als Kind und noch bis zum jungen Erwachsenenalter war ich dagegen oft sehr unsicher.

Auch mein Menschen- und Weltbild hat sich durch meinen Lehrerberuf gewandelt: Während ich früher eine eher skeptische Weltsicht hatte, glaube ich heute aufgrund meiner jahrelangen Erfahrungen mit Jugendlichen, dass wir mit Optimismus in die Zukunft blicken können. Es gibt so viele gute und zupackende Charaktere mit Intelligenz und sozialer Kompetenz, da brauchen wir keine Angst vor den Herausforderungen haben, die auf uns zukommen werden.

Da isser, der Herbst 🍁🍂

Draußen Dauerregen und Kälte, drinnen Heizung aufgedreht und Kerzen angezündet. Die Kastanien liegen bei uns auf dem Gehweg und ich mit Decke auf dem Sofa.

Es ist eine Jahreszeit mit vielen Gegensätzen: zwischen buntem Herbstlaub und Nebel, zwischen strahlendem Sonnenschein und Dauerregen, zwischen Nüssen und Matsch, guter Laune und Melancholie.

Ein gutes Team …

… sollte man in seinem Umfeld haben, mit dem man den Herausforderungen des Lebens begegnen kann.

Das goldig gestaltete Buch „So bin ich stark. Gut aufgestellt mit dem inneren Team“ von Jutta Heller zeigt mit hinreißenden Bildern und in für Kinder und Erwachsene ansprechend zu lesender Sprache, dass es auch wichtig ist, in seinem Inneren ein gut aufgestelltes Team zur Verfügung zu haben.

So dass ich wie beim Fußball für jede Situation die Spieler mit den passenden Fähigkeiten auf den Platz schicken kann: manchmal brauche ich die kluge Eule, die den Überblick behält und den Esel, der was wegschafft. Manchmal vielleicht eher den Igel, der die Stacheln aufstellt oder aber den Schmetterling, der fantasievoll und leicht durchs Leben flattert.

Dabei kann jeder seine eigenen Tiere finden, die zu ihm passen und jeder wird sicher auch ein bisschen was anderes mit dem selben Tier verbinden.

Ich persönlich habe unabhängig von dem Buch schon länger den frechen und spielerischen Schmetterling, den schönen und kämpferischen Panther und das scheue Reh in mir entdeckt. Ich hätte sehr gerne auch die gelassene Schildkrote und die souveräne und kluge Eule in meinem Team. Das sind zwei Tiere, die ich öfters aufs Spielfeld lassen will, da kann sich der Panther auch gerne mal zurücknehmen und das Reh sich sicher fühlen.