Gut essen

… hĂ€lt ja wie gesagt, Leib und Seele beisammen und war schon immer meine Strategie bei Stress. (Nicht bei echtem Herzenskummer – da verhĂ€rme ich total innerhalb kĂŒrzester Zeit…)

Diese Strategie hat den unschlagbaren Vorteil, dass man körperlich fit und mental gut drauf ist, wenn es darum geht, die Klippen der Herausforderung zu meistern.

Der alte Geheimrat

Muss gerade wieder oft an den alten Geheimrat Goethe denken:

„Und wenn du dies nicht hast,/ Dieses Stirb und Werde/ Bist du nur ein trĂŒber Gast auf der dunklen Erde.“

Dieses Lieblingszitat von mir aus Goethes Gedicht „Selige Sehnucht“ trifft einen Nerv bei mir.

Von diesem Stirb und Werde habe ich in HĂŒlle und FĂŒlle und mich tröstet Goethe, der ja in seinen Zeilen letztlich nichts Anderes sagt als: Durch Leidenschaft wird das Leben zwar anstrengend, aber auch intensiv und bunt.

„Ich komme in Frieden“ â˜ź

Da ich inzwischen weiß, dass ich aufgrund meiner Redekraft und meiner prĂ€senten Aura auf andere sehr furchteinflĂ¶ĂŸend wirken kann, versuche ich in schwierigen GesprĂ€chen immer auszustrahlen: „Ich komme in Frieden.“

Das hat nichts mit Kleinmachen zu tun, sondern eher mit der Ausstrahlung einer Königin, die mit einem Waffenstillstandsangebot in Verhandlungen geht.

Das klingt vielleicht ein wenig over the top und selbstĂŒberschĂ€tzend, aber es hilft enorm fĂŒr eine fruchtbringende, konstruktive GesprĂ€chsatmosphĂ€re.

Eine Antwort – 4 Bedeutungen: Die Temperamenten-Lehre einfach erklĂ€rt đŸ˜ƒđŸ˜ĄđŸ˜¶đŸ˜”

„Wie geht es dir?“

😃Der Sanguiniker sagt: „gut“ und meint: „Ey, Leute alles paletti, mir geht es prima, ich bin total aufgerĂ€umt und das Leben ist doch letztlich einfach schön.“

😡Der Choleriker sagt: „gut“ und könnte vieles andere meinen. Zum Beispiel: „Ja, mir geht’s gut, du Arschloch, obwohl ich von lauter Idioten umgeben bin und als einziger hier meinen Job richtig erledige.“

đŸ˜¶Der Phlegmatiker sagt: „gut“, weil er weder Kraft noch Antrieb noch Elan fĂŒr ein tiefergehendes GesprĂ€ch hat: er will seine Ruhe und keinen Stress.

😔Der Melancholiker sagt: „gut“ und leidet weiter still vor sich hin. Er meint zum Beispiel: „Nein, mir geht es gar nicht gut, es ist gerade alles ganz furchtbar und ich zweifle mal wieder an mir, an meinen Mitmenschen, am Sinn des Lebens. Aber ich will dich damit nicht belasten, du kannst mir eh nicht helfen.“

PrĂ€vention 🚑🚒

Ich weiß, ich wirke nicht unbedingt so, aber auch ich habe manchmal aus Angst/Bequemlichkeit/Feigheit Dinge ungeklĂ€rt gelassen, unter dem Deckel gewissermaßen.

Und es ging immer schief, der Topf ist immer ĂŒbergekocht und es gab Verletzte und eine angekokelte Umgebung und lange AufrĂ€umarbeiten.

Deshalb wird meine PrĂ€ventionsstrategie in Zukunft heißen: Mut haben und die Dinge klĂ€ren.

Buchtipp: „Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin“ von Sascha Lobo und Kathrin Passig

An dieses amĂŒsante Buch musste ich gerade nach dem Lesen von Janes aktuellen Blogbeitrag zur Prokastination (also dem Aufschieben von Dingen) denken.

Dort finden sich herrlich entwaffende Selbstberichte von prokastinerenden Menschen, die dennoch irgendwie ĂŒberleben und teilweise sogar sehr erfolgreich sind. Hilfreiche Tipps, wie man die Prokrastination in Schach hĂ€lt, inklusive.

PrÀdikat: sehr empfehlenswert.

Hoffen auf Hilfe đŸŠžđŸ»â€â™‚

Ich habe heute Morgen mit dem Schulleiter meiner Tochter gesprochen und ihm die Not meiner Tochter geschildert.

Er war geschockt, zwar war sie mit der Klassensprecherin bei ihm und hat ihn gebeten, ihre alte Klassenkameradin nicht in ihre neue Klasse zu lassen – aber dass es so eine heftige Vorgeschichte gibt, war ihm nicht klar.

Ich bin ein Katalysator

… das habe ich schon bei der Gruppentherapie in der hervorragenden psychosomatischen Systeliosklinik gemerkt.

Als ich kam, war es aus mit der Ruhe. Obwohl ich aus meiner Sicht „gar nichts“ gemacht habe, sondern einfach nur da war, fĂŒhlte sich die bisherige Leadingperson von mir bedroht (anscheinend triggerte ich irgendwas). Sie fing an, mich auf eine Weise fertig zu machen, die die anderen zwang, Position zu beziehen und zack, war die Gruppe gespalten.

Gruselig. Das hat mich damals voll ĂŒberfordert. War ja da, um zu genesen wie die anderen auch.

Mein einer Therapeut meinte damals locker zu mir:

„Wer lebt, stört. Wer mehr lebt, stört mehr.“

Daran habe ich seither noch oft gedacht.